Zorrocarry DIY Gepäcktraeger

Einführung

Radreise geplant und noch unschlüssig wie das Gepäck transportiert werden soll? Wer sich etwas mit der Materie beschäftigt, insbesondere Radreise-Abenteuer mit dem MTB wird früher oder später über die Berichte von Alpenzorro aka Stuntzi aka Stefan Stuntz stoßen. Dieser berichtet im MTB Forum live von seinen Abenteuern, die ihn schon über den gesamten Erdball geführt haben.

Früher oder später kommt immer wieder die Frage nach der Ausrüstung die ihm diese Reisen ermöglicht. Ein besonderer Augenmerk ist dabei regelmäßig der von ihm scherzhaft getaufter „ZorroCarry“. In der neusten Evolutionsstufe wird dieser auch als „Goldicarry“ bezeichnet.

Ich habe mir mal die Mühe gemacht, Beiträge zu dem Thema zu recherchieren und Bildmaterial etc zusammen zu tragen um es dem geneigten Leser zu vereinfachen, ZorroCarry nachbauen zu können und ggf. sogar zu verbessern.

Die folgenden Infos sind komplett basierend auf der Arbeit von Stuntzi, auch die Fotos sind (soweit nicht anders angegeben) sein geistiges Eigentum, er hat lediglich einer Nutzung durch mich in diesem Blog Beitrag zugestimmt. Wenn ihr dem Ideengeber des Alpenzorro etwas gutes tun wollt, er sammelt immer wieder für seine Radreisen via Paypal.


Einkaufsliste

Basis aller ZorroCarry ist ein Rucksack mit Trage-Gestell. Beispielhaft sei hier der Vaude genannt

(Amazon Partner Link)

Der Träger ist mittlerweile ein entschlackter Pletscher Orion Gepäckträger


Entstehung Zorrocarry

Die erste Erklärung von Stuntzi stammt aus seiner Reise von XXX nach XXX aus dem Jahre 2007 :

der regnerische halbruhetag ist perfekt für das kleine gepäckträger-bastel-special. hab einige verschiedene designs ausprobiert und bin nun sehr zufrieden. nie wieder ohne!

das system besteht aus einem gekürzten sattelstützengepäckträger mit schnellspanner sowie dem klickfix-verschluß einer satteltasche:


der rucksack sitzt aufrecht auf der mit klettband beklebten strebe. dazu ist natürlich auch auf der unterseite des rucksacks klettband aufgenäht:

der mit zwei schrauben und etwas holz verlängerte klickfix-verschluß am sattel trägt kein gewicht sondern stablilisiert nur seitlich und „drückt“ den rucksack auf die strebe.

das gegenstück wird mit ein paar kleinen schrauben/muttern/nieten fest am tragegestell des rucksacks angebracht. vaudes bike alpin air eignet sich dazu besonders gut:

(das geschwungene plastik-achter-teil und die alustreben sind vom vaude-rucksack, der senkrechte klickfix-knubbel dran gebastelt)

dann muß leider ein loch ins hübsche vaude-netz… stört aber nicht weiter.

das tragegestell ist übrigens so weit gebogen und gepolstert, daß der klickfix-knubbel auch bei extremer belastung (sturz auf den rücken) nicht auf die wirbelsäule durch kommt.

in aktion sieht das so aus:

einsetzen und lösen des rucksacks geht binnen weniger sekunden von/nach oben. dank der aufrechten lage bleibt der rucksack komplett bedienbar, auch die volumenvergrößerung und regenhülle funktionieren wie gehabt.

dieses system ist sehr stabil und hält auch bei größtem geholper. trotzdem kommt der rucksack natürlich beim trail auf den rücken und die sattelstütze wird versenkt. die strebe wandert dann dank schnellspanner direkt unter den sattel.

alle verbastelten teile wiegen zusammen knapp unter 300 gramm. eine investition die sich lohnt, der rücken wird’s euch danken. außerdem hält das trikot viel länger ohne waschen, mann kann ja oben ohne fahren :).

der gravierende nachteil von zorrocarry: er funktioniert nur für große menschen. wenn eure sattelstütze beim bergauf-fahren nicht weit ausgefahren ist, vergeßt es…


Evolution ohne Clickfix

Die anscheinend letzte Evolution hat Stuntzi hier etwas näher erklärt:

Heute mal wieder eine kleine Bastelei zum Thema Gepäckträger: Zorrocarry in der Version für Bikes in Zwergerlgröße mit automatischer Sattelstütze. Ausgangspunkt ist der saumäßig schwere Sattelstützenmonsterträger „Pletscher Orion“ aus massivem Aluminium. Drei Viertel von dem sinnlosen Krempl wandern gleich mal in die Tonne.
Der Rest wird noch ein wenig verschlankt. So viel Alu braucht kein Mensch.
Die Verbindung zum Bike bildet eine spezielle Sattelrohrklemme, der „Salsa Rock Lock“ mit eingebautem Gewinde. Die Klemme ist etwas „bauchig“, dadurch wird der angeschraubte Träger wirksam am runterkippen gehindert.
Das Ergebnis wiegt um die dreihundert Gramm und sieht etwas gewöhnungsbedürftig aus. Aber durch die „Gabelkonstruktion“ kann das Fully beim Downhill immer noch prima einfedern. Der Träger geht einfach seitlich am Reifen vorbei. Die hydraulische Sattelstütze kann ganz normal bedient werden.
Beim Uphill ist der Dämpfer zu und der Rucksack sitzt oben drauf. Die Befestigung am Sattel passiert lediglich durch überkreuzen und festzurren der Schultergurte. Den ganzen Klickfix-Krempl vom originalen Zorrocarry kann man sich getrost sparen. Durch die doppelte Auflage unten wackelt da gar nix, zumindest wenn als Rucksack ein „vaude bike alpin air“ mit Alu-Tragegestell verwendet wird. Für mehr Abstand zum Hintern kann man alternativ noch ne kleine Satteltasche montiert lassen und „einklemmen“. Langzeiterfahrungen stehen noch aus, aber ein paar Touren haben damit schon funktioniert.

Goldicarry

Goldi hat den Goldicarry auch nochmals beschrieben:
Hierbei fällt vor allem der Spanngurt auf, der die Konstruktion oben hält, laut eigener Aussage ist dies aber kein Problem, auch nach längerer Nutzung.

Also statisch sehe ich bei Goldicarry noch weniger Probleme als bei Zorrocarry, das hält alles bombenfest. Wackel- und Rutschstabilität ohne Klickfixgebastel ist auch halbwegs gegeben, sind unten ja zwei Arme statt einer, das hilft durchaus. Auch der Schrumpfschlauch über dem Alu hilft. Man muss beim packen etwas sorgfältiger sein… zb unten was hartes rein… Flipflops etwa. Wers besonders gut meint, könnte unten in der Mitte noch was zum „einfädeln“ designen, etwa zwei kleine Ringe am Rucksackgestell, die man über die Träger schiebt. Ist aber nicht wirklich nötig. Durch die Schultergurte und das Tragegestell kann man den Rucksack sehr fest auf den Träger pressen, da bewegt sich dann nimmer viel.

Apropos… für alle Nachbauer sag ichs aber wie immer in jedem Carry-Kommentar nochmal dazu: Nehmt AUSSCHLIESSLICH einen Rucksack mit Tragegestell! Für Radler bekannt ist mir da nur der „vaude bike alpin“. Ohne Gestell wird das Ergebnis immer nur suboptimal.

Goldi hat hierzu noch Fotos geschickt:
 Hier nun endlich das versprochene Bild vom Goldicarry.
Wenn der Rucksack nicht voll/schwer ist, dann reicht die Fixierung mit den Trägern des Rucksacks. Bei voller Beladung fixiere ich den Rucksack mit einem zusätzlichen Riemen (einfach unter dem Sattel durch und um den Rucksack herum). Dämpfer muss natürlich zu sein, und Sattel oben.
Und das Packen hilft – im unteren Fach habe ich unten die Flip-Flops, und dann prall ausgefüllt mit Klamotten). Die Isomatte und den Schlafsack habe ich als Rolle am Lenker, kann ich auf dem Trail auch aussen an den Rucksack schnallen.
Ich denke man muss ein bisschen ausprobieren, wie es individuell am besten funktioniert.

Weitere Nachbauten


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